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Skript "Eingangsbewegungsformen"
ÜL - F  Ausbildung 2002 im BJV,   Judo-Praxis:  Referent:  G. Steidele  Datum:   Juni 2002

Aufwärmen   mit versch. (Judo-) Bewegungsarten;  steppen, tsugi-ashi, überkreuzen. Tandoku-renshu ...
1. Voraussetzungen zum Wurfeingang:
  Griff, Oberkörperkontrolle, Gleichgewichtsbrechung (Wurfphasen, Kuzushi, Tsukuri, Kake bzw. Nage)
  (Unterstützungsfläche, Betrachtung der Schwerpunkte, -linien, Massenverteilung, Krafteinsatz,Widerlager).
2. Eingangsbewegungen
  Die verschiedenen Eingangsbewegungen werden durch die Fuß- bzw. Beinbewegungen charakterisiert.
  Jede Bewegungsart ist nicht Selbstzweck sondern erfüllt eine bestimmte Aufgabe bezüglich des gewollten
  Wurfangriffs und des entsprechenden Partnerverhaltens. Daraus ergeben sich entsprechende Vor- und Nachteile
  im Hinblick auf das Ziel (den Partner zu werfen).


Kurzbeschreibung (hier Rechtseingang) der unterschiedlichen Wurfeingänge.
2.1. „Kodokan – Eingang“ (Uke steht)
     1. Schritt: Mit dem rechten Fuß diagonal zum Partner hingehen vor dessen rechtem Fuß (m. d. re. Zehenballen aufgesetzt).
    2. Schritt: Den linken Fuß nachziehen bei gleichzeitigem Eindrehen vor Uke.
    Endstellung: Tori steht parallel vor Uke.
    Varianten: Uke bewegt sich (in bzw. gegen die Wurfrichtung) vor-, seit-, rückwärts.
    Anwendung bei Eindrehtechniken wie z. B. Goshi-waza, Seoi-nage, Tai-otoshi u.s.w.
2.2. „Direkter Eingang“
  Uke bewegt sich vorwärts. Eingang aus der eigenen Rückwärtsbewegung (in Wurfrichtung), bei gleichzeitiger
  Körperdrehung um ca. 180°. Sehr schnelle Eingangsart, da in Wurfrichtung mit nur einem kurzem Stellschritt
  (180° Fußdrehung) und einem weiteren Schritt eingedreht wird.
  1. Schritt: Während Uke mit dem rechten Fuß nach vorne kommt geht Tori links mit kurzem Schritt
     neben (ca. Schulterbreite) Uke´s rechtem Fuß.
  2. Schritt: Tori setzt seinen rechten Fuß neben Uke´s rechtem Fuß bei gleichzeitigem Eindrehen vor Uke.
  Endstellung: Tori steht parallel vor Uke.
  Varianten:
    a) Eingang aus seitlicher Stellung neben Uke.
  b) Uke bewegt sich seitwärts.
  c) Uke dreht sich seitlich ab.
A  Anwendung z.B. bei Goshi-waza, Seoi-nage, Tai-otoshi, Uchi-mata u.s.w.

2.3. „Kawaishi Eingang“
  durch vorkreuzen der Beine. Bei der Drehbewegung sollen die Massenteile
  (Arme, Spielbein) eng am eigenen Körper anliegen, um so Unwucht zu vermeiden.
  Ein kurzer Seitstep zur (rechten) Seite ergibt eine günstige Ausgangsposition.
  1. Schritt: Tori kreuzt mit seinem linken Fuß zur rechten Seite.
  2. Schritt: Tori dreht bei möglichst gerader Schwerachse (überkreuz) vor Uke ein.
  Endstellung: Tori steht meist etwas versetzt vor Uke.
  Anwendung z.B. bei Ashi-guruma, Uchi-mata, Tai-otoshi u.s.w.
2.4. „Pulling out Eingang“
  Wie Kodokan Eingang, jedoch zusätzlich mit starkem Zug (pulling) in Wurfrichtung.
  1. Schritt: Schub vorwärts.
  2. Schritt Starker Zug in Wurfrichtung (Richtungswechsel) und eindrehen vor Uke.
  Endstellung: In der (tiefen) Hocke vor Uke.
  Anwendung z.B. bei Morote-seoi-nage.
2.5. „Stepping in Eingang“
  Hineinsteppen in die Wurfposition. Wie Kodokan Eingang, jedoch mit einer Steppbewegung der Füsse.
  Vorteil: Körperverlagerung (günstige Schwerpunktlage) und schnelle Ausgleichsbewegungen.


Wichtig bei allen Eingangsarten:
Die relativ aufrechte Oberkörperhaltung (waagerechte Schultern) sowie die Beachtung der Gelenkwinkel.
Insbes. Hand-, Ellenbogen-, Schultergelenk.Zu berücksichtigen ist auch die Bewegung von Uke während der
Eingangsbewegung von Tori.

3. Schlußteil: Cool down.
Laktatabbau mit leichten wenig belastenden Judobewegungen (z.B. Yakusoku-geiku).


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